Berkshire Hathaway will Japan-Beteiligungen weiter ausbauen

Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway denkt darüber nach, ihre Anteile an den fünf großen japanischen Handelshäusern – bekannt als „Sogo Shosha“ – noch zu vergrößern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Masahiro Okafuji, den Vorstandsvorsitzenden von Itochu, meldet, habe dieser nach einem Gespräch mit Berkshire-CEO Greg Abel im September den Eindruck gewonnen, dass der US-Konzern seine bestehenden Positionen nicht nur halten, sondern sogar ausweiten wolle.
Diese Einschätzung steht im Einklang mit Äußerungen von Greg Abel gegenüber der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei. Darin hatte er bereits Anfang des Monats signalisiert, die Anteile an Mitsubishi Corp., Sumitomo Corp., Mitsui & Co., Marubeni Corp. und Itochu Corp. erhöhen zu wollen. Warren Buffett hatte die 2019 gestarteten Engagements bei diesen Firmen mit deren breit aufgestellten Geschäftsmodellen und günstigen Bewertungen gerechtfertigt.
Die Strategie hinter dem Japan-Engagement
Zum Jahresende 2025 hielt Berkshire Hathaway Beteiligungen zwischen 9 und 11 Prozent an den fünf Konzernen, deren Gesamtwert sich auf rund 35 Milliarden US-Dollar belief. Die größte Einzelposition innerhalb dieser Gruppe ist Mitsubishi mit einem Anteil von 10,8 Prozent und einem Wert von 9,2 Milliarden US-Dollar. Die schrittweise Erhöhung der Beteiligungen untermauert das langfristige Bekenntnis von Berkshire Hathaway zum japanischen Markt.
Die Meldungen über ein mögliches verstärktes Engagement von Berkshire Hathaway lösten am Donnerstag Kurssteigerungen bei sämtlichen fünf Unternehmen aus. Die Aktie von Sumitomo Corp. legte mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 1.841 Yen am stärksten zu und erzielte damit die beste Wertentwicklung innerhalb der Gruppe. Auch die übrigen Handelshäuser verbuchten Gewinne: Itochu stieg um 2,3 Prozent, während Mitsubishi, Mitsui und Marubeni Kurszuwächse zwischen 0,3 und 0,6 Prozent verzeichneten.
Was dies für Anleger bedeutet
Für private Anleger in Deutschland ist dieser Vorgang von Interesse, weil Berkshire Hathaway als einer der gewichtigsten Investoren weltweit gilt. Die japanischen Handelshäuser, auch Sogo Shosha genannt, sind stark diversifizierte Unternehmen, die in den Feldern Rohstoffe, Energie, Infrastruktur und Finanzdienstleistungen aktiv sind. Warren Buffett hatte die Investments 2019 mit den attraktiven Bewertungen und den soliden Geschäftsmodellen der Firmen begründet.
Die Signalwirkung von Berkshire Hathaway könnte weitere internationale Kapitalgeber anlocken und die Außenwahrnehmung des japanischen Aktienmarktes insgesamt verbessern. Die japanische Regierung hat in den letzten Jahren zudem Reformen zur Stärkung der Corporate Governance vorangetrieben, was ausländische Investitionen zusätzlich gefördert hat.
Mit einem Gesamtwert von rund 35 Milliarden US-Dollar gehören die Beteiligungen an den fünf Handelshäusern zu den größten Auslandsengagements von Berkshire Hathaway. Die mögliche weitere Erhöhung der Anteile verdeutlicht, dass das Unternehmen weiterhin erhebliches Potenzial in diesen japanischen Konzernen sieht.



