GM steckt 104 Millionen Dollar in Pickup-Produktion in Kanada

General Motors (GM) rüstet sich für die Montage schwerer Pick-up-Trucks in der kanadischen Provinz Ontario. Die Pläne sind Teil einer vorläufigen Vereinbarung mit der Gewerkschaft Unifor. Für den kanadischen Automobilsektor, der unter dem Druck der US-Zollpolitik leidet, ist dies ein positives Signal.
Der Autobauer plant Investitionen in Höhe von umgerechnet 104 Millionen US-Dollar (144 Millionen kanadische Dollar). Mit diesen Mitteln soll die nächste Generation des schweren GMC Sierra in einem Werk in Oshawa, Ontario, vom Band laufen. Darüber hinaus hat der Konzern zugesagt, ein zweites Montagewerk in Ingersoll, Ontario, nicht umgehend zu veräußern oder stillzulegen.
Die vorläufige Einigung zwischen GM und Unifor kam am vergangenen Samstag zustande. Sie gilt im Namen von rund 4.600 Gewerkschaftsmitgliedern in der bevölkerungsreichsten Provinz Kanadas. Allerdings steht das Abkommen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Mitglieder.
Zollkonflikte im Hintergrund
Sowohl Unifor als auch die kanadische GM-Division haben sich vor der anstehenden Mitgliederabstimmung über die Ratifizierung des Abkommens am Samstag und Sonntag nicht geäußert. Die USA hatten zuvor Gespräche mit Kanada geführt, um die derzeitigen US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf in Kanada produzierte Fahrzeuge zu reduzieren.
Diese Verhandlungen endeten jedoch vergangene Woche ohne Ergebnis. Grund sind ungeklärte Fragen, unter anderem, ob die Zölle auf mittlere und schwere Fahrzeuge gesenkt werden sollen. Kanada hat deutlich gemacht, dass es keinen Handelsvertrag mit den USA akzeptieren kann, wenn das Abkommen nicht das Fortbestehen einer leistungsfähigen kanadischen Auto-Montage- und Teileindustrie sicherstellt.
Verschärfte Zölle ab 2027
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Abgaben auf sämtliche kanadische Autos und Lastwagen, Autoteile sowie Stahl ab dem 1. Januar 2027 auf 50 Prozent anzuheben. Dies setzt die kanadische Automobilbranche massiv unter Druck.
Für GM stellt die Investition in Ontario dennoch ein klares Bekenntnis zum Standort Kanada dar. Der GMC Sierra zählt zu den wichtigsten Modellen des Konzerns im Segment der schweren Pick-ups. Die Montage in Oshawa sichert Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wirtschaft.
Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Gewerkschaftsmitgliedern. Sie stimmen am kommenden Wochenende über das Abkommen ab. Bei Zustimmung wäre dies ein wichtiges Zeichen für die kanadische Autoindustrie in Zeiten wachsender handelspolitischer Spannungen mit den USA.



