Arm bündelt Robotik in neuer KI-Sparte

Der Chiptechnologieanbieter Arm Holdings hat seine Unternehmensstruktur neu ausgerichtet und eine eigene Geschäftseinheit mit dem Namen „Physical AI“ geschaffen, um seine Aktivitäten im Bereich Robotik deutlich auszubauen. Die neue Einheit wurde im Rahmen der Elektronikmesse CES in Las Vegas vorgestellt, auf der Robotik in diesem Jahr eine zentrale Rolle spielt. Mit der Reorganisation verfolgt Arm das Ziel, von der wachsenden Nachfrage nach intelligenten, physisch agierenden Systemen zu profitieren, insbesondere in der Automobil- und Robotikindustrie.
Künftig gliedert sich das Unternehmen in drei zentrale Geschäftsbereiche. Neben Cloud und KI sowie dem Edge-Segment, das unter anderem mobile Endgeräte und PC-Produkte umfasst, bündelt die neue Physical-AI-Sparte die bisherigen Automobilaktivitäten und alle robotikbezogenen Technologien. Nach Angaben von Arm teilen Fahrzeuge und Roboter ähnliche technische Anforderungen, etwa bei Sensorik, Energieeffizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit, was eine Zusammenführung aus Unternehmenssicht sinnvoll erscheinen lässt.
Arm selbst stellt keine Chips her, sondern entwickelt Prozessorarchitekturen und andere grundlegende Technologien, die von Halbleiterherstellern weltweit lizenziert werden. Diese finden sich heute in den meisten Smartphones sowie zunehmend in Laptops, Rechenzentren, Fahrzeugen und Robotern. Einnahmen erzielt das Unternehmen über Lizenzgebühren und laufende Tantiemen. Seit der Übernahme der Unternehmensführung durch CEO Rene Haas vor rund vier Jahren hat Arm seine Geschäftsstrategie angepasst und unter anderem höhere Preise für neue Technologien durchgesetzt.
Das Management sieht in der Robotik langfristig ein erhebliches Wachstumspotenzial. Die neue Sparte soll gezielt ausgebaut werden, auch durch zusätzliches Personal mit Fokus auf robotische Anwendungen. Physische KI-Systeme könnten nach Einschätzung des Unternehmens Arbeitsprozesse effizienter gestalten und menschliche Arbeitskraft ergänzen, was sich langfristig auch auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auswirken könnte.
Zahlreiche Automobilhersteller entwickeln derzeit humanoide oder spezialisierte Roboter, um Aufgaben in Fabriken und Logistikzentren zu automatisieren. Arm-Technologie kommt dabei bereits bei vielen dieser Unternehmen zum Einsatz. Auch Robotikhersteller nutzen Arm-basierte Chips in ihren Systemen. Die wachsende Präsenz humanoider Roboter auf der CES unterstreicht den zunehmenden Stellenwert dieses Marktes, in dem Technologie- und Automobilkonzerne gleichermaßen aktiv sind und erhebliche Investitionen ankündigen.



