Galp und Moeve planen neuen Raffineriekonzern

Die Energiekonzerne Galp und Moeve werden ihre Raffinerie- und Tankstellengeschäfte zusammenführen und damit einen der größten Raffineriebetreiber Europas formen. Grundlage ist eine unverbindliche Vereinbarung, die beide Unternehmen angekündigt haben. Ziel ist es, ihre Aktivitäten in einem zunehmend konsolidierten europäischen Energiemarkt zu bündeln und gemeinsam effizienter zu betreiben.
Geplant ist die Gründung von zwei neuen Gesellschaften. Die erste Gesellschaft wird künftig rund 3500 Tankstellen betreiben, die sich überwiegend in Spanien und Portugal befinden. An diesem Unternehmen werden Galp und Moeve jeweils zu gleichen Teilen beteiligt sein. Die zweite Gesellschaft wird die Raffinerieaktivitäten der beiden Energiekonzerne umfassen und die drei bestehenden Raffinerien bündeln. In diesem Bereich wird Moeve die Mehrheit halten und damit die operative Kontrolle ausüben.
Die Eigentümerstruktur von Moeve umfasst unter anderem die staatliche Investmentgesellschaft Mubadala aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie den US-amerikanischen Finanzinvestor Carlyle. Diese Anteilseigner stehen hinter der strategischen Neuausrichtung, die auf eine stärkere Position im europäischen Raffinerie- und Tankstellengeschäft abzielt. Das Fördergeschäft von Galp im Bereich Öl und Gas, einschließlich der Beteiligungen an Förderprojekten vor der Küste Namibias, wird nicht Teil der geplanten Transaktion sein.
Die Ankündigung der Zusammenarbeit wird an den Finanzmärkten positiv aufgenommen. Die Aktie von Galp verzeichnete im frühen Handel Kursgewinne, was auf die Erwartung zurückzuführen ist, dass die geplante Abspaltung des Raffineriegeschäfts den Konzern strategisch klarer positionieren könnte. Marktbeobachter sehen darin die Möglichkeit, dass Galp für potenzielle Investoren transparenter wird und sich neue Optionen für die zukünftige Unternehmensentwicklung eröffnen.
Mit der Zusammenlegung der Raffinerie- und Tankstellenaktivitäten reagieren beide Konzerne auf den wachsenden Wettbewerbsdruck in Europa. Steigende regulatorische Anforderungen, Investitionen in Effizienz und die notwendige Modernisierung von Anlagen erhöhen den Bedarf an Skaleneffekten. Durch die geplanten Gesellschaften sollen Kostenstrukturen optimiert und Investitionsentscheidungen gebündelt werden. Die Umsetzung der Vereinbarung wird in den kommenden Monaten weiter konkretisiert, vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen durch Aufsichts- und Wettbewerbsbehörden.



