Musk-Klage gegen OpenAI zugelassen

Im juristischen Streit um die strategische Neuausrichtung von OpenAI hat Elon Musk einen wichtigen Zwischenerfolg erzielt. Eine US-Bezirksrichterin ließ die Klage des Tech-Unternehmers gegen den Entwickler von ChatGPT zu und ebnete damit den Weg für ein Verfahren vor einer Jury. Ab März sollen Geschworene über zentrale Streitpunkte entscheiden, die den Umbau des einst gemeinnützigen KI-Unternehmens betreffen.
Nach Ansicht der Richterin legte Musk ausreichend Beweise vor, die nahelegen sollen, dass die Führung von OpenAI ursprünglich an der Gemeinnützigkeit des Unternehmens festhalten wollte. Die nun geplante Transformation hin zu einer stärker profitorientierten Struktur sei demnach mit den ursprünglichen Zielen nicht vereinbar. Vertreter Musks kündigten an, der Jury umfangreiches Material zu angeblichem Fehlverhalten vorzulegen. OpenAI wies die Vorwürfe erneut zurück und bezeichnete die Klage als unbegründet. Zudem warf das Unternehmen Musk vor, gezielt Druck auszuüben.
Der Konflikt zwischen Musk und OpenAI schwelt seit Jahren. Musk gehörte zu den Mitgründern des KI-Pioniers, verließ das Unternehmen jedoch vor einiger Zeit. Inzwischen steht er mit seinem eigenen KI-Unternehmen xAI in direkter Konkurrenz zu OpenAI. Musk argumentiert, dass OpenAI mit der geplanten Umstrukturierung seinen ursprünglichen Zweck aufgebe, künstliche Intelligenz zum Wohl der Menschheit zu entwickeln. Stattdessen diene der Umbau laut Klage dazu, führenden Köpfen wie Sam Altman und Greg Brockman persönliche finanzielle Vorteile zu verschaffen. Die Beschuldigten wiesen diese Darstellung zurück und sehen in Musk einen Wettbewerber, der den Marktführer bremsen wolle.
OpenAI wurde 2015 in San Francisco als gemeinnützige Organisation gegründet. Vier Jahre später entstand mit OpenAI LP eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft, in die unter anderem Microsoft erhebliche Summen investierte. Im Zuge der aktuellen Pläne soll diese Einheit in eine sogenannte Public Benefit Corporation umgewandelt werden, eine Gesellschaftsform, die wirtschaftliche Interessen mit sozialen Zielen verbinden soll. Damit will OpenAI für Investoren attraktiver werden.
Der ursprüngliche Plan, die vollständige Kontrolle der gemeinnützigen Organisation über die gewinnorientierte Tochter aufzugeben, wurde nach Angaben des Unternehmens verworfen. Dennoch soll die gemeinnützige Mutter ihre Beteiligungsmehrheit verlieren. Kritiker befürchten, dass eine stärkere Gewinnorientierung dazu führen könnte, Sicherheitsprüfungen und Untersuchungen möglicher negativer Folgen von KI zu vernachlässigen. Diese Bedenken spielen nun ebenfalls eine Rolle in dem anstehenden Gerichtsverfahren.



