Epstein-Skandal: Razzia bei Edmond de Rothschild in Paris

Französische Ermittler haben die Pariser Niederlassung der Schweizer Privatbank Edmond de Rothschild durchsucht. Die Finanzstaatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag, dass die Razzia im Zusammenhang mit einer Korruptionsermittlung steht – und Bezüge zu Dokumenten rund um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufweist. Der Vorwurf lautet auf passive Korruption eines ausländischen Amtsträgers sowie Beihilfe dazu.
Im Mittelpunkt steht ein ehemaliger Bankmitarbeiter, dessen Name in mehr als 200 vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten auftaucht. Der Mann war zwischen 2006 und 2013 als französischer Diplomat an die Vereinten Nationen abgeordnet und arbeitete anschließend von 2014 bis 2016 bei Edmond de Rothschild. Er selbst weist jegliches Fehlverhalten zurück.
Die Durchsuchung fand bereits am vergangenen Freitag statt, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person berichtete. Bankchefin Ariane de Rothschild war dabei persönlich anwesend. Das Institut kooperiere uneingeschränkt mit den Behörden und habe zudem eine interne Untersuchung eingeleitet, sobald der Verdacht gegen den Ex-Mitarbeiter aufgekommen sei. Eine offizielle Stellungnahme der Bank blieb aus.
Vertrauliche UN-Dokumente an Epstein weitergegeben
Von Reuters eingesehene E-Mails belegen, dass vertrauliche Unterlagen – darunter Briefings des UN-Sicherheitsrats – an Epstein weitergeleitet wurden. Das französische Außenministerium reagierte seinerseits mit einer administrativen Untersuchung sowie einem Disziplinarverfahren gegen die betreffende Person.
Auch der Name von Ariane de Rothschild selbst taucht in den im Januar veröffentlichten US-Akten auf. Demnach unterhielt sie über mehrere Jahre eine persönliche Korrespondenz mit Epstein. Ein Banksprecher hatte nach der Veröffentlichung erklärt, Epstein sei zwischen 2013 und 2019 ein Geschäftspartner von Edmond de Rothschild gewesen. Ariane de Rothschild habe von seinen kriminellen Taten keine Kenntnis gehabt.



