Kroger überzeugt mit Gewinnsprung und Dividendenwachstum

Der US-Lebensmittelhändler Kroger (KR) hat frische Geschäftszahlen vorgelegt und die Börsianer quittierten dies mit moderaten Kursaufschlägen. Der Konzernumsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf rund 34,62 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte der Konzern die Prognosen der Analysten von 34,65 Milliarden US-Dollar nur knapp.
Das adjustierte Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 1,09 US-Dollar und lag damit oberhalb der Markterwartung von 1,06 US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte die Kennziffer bei 1,04 US-Dollar gelegen. Die erfreuliche Entwicklung ist teilweise auf eine verringerte Aktienzahl zurückzuführen, denn das bereinigte Nettoergebnis sank von 695 Millionen auf 667 Millionen US-Dollar.
Positive und negative Signale halten sich die Waage
Die vergleichbaren Umsätze (Same-Store-Sales) ohne Kraftstoff legten nur leicht auf knapp unter 30 Milliarden US-Dollar zu. Dies fällt im Vergleich zum vorherigen Quartal negativ auf, als hier noch ein Zuwachs von 3,4 Prozent verzeichnet worden war. Korrigiert um Kraftstoffumsätze, den Abstoß der Online-Sparte Vitacost sowie die Schließung diverser Logistikzentren betrug das Umsatzplus sogar lediglich 0,1 Prozent.
Die Rohertragsmarge verharrte bei 22,4 Prozent nahezu auf dem Vorjahresniveau. Rückenwind erhielt das Unternehmen durch einen Zuwachs der bereinigten Online-Verkäufe um 20 Prozent sowie eine vorteilhafte Verkaufszusammensetzung im Apothekensegment. Dämpfer kamen dagegen von höheren Frachtkosten und gestiegenen Lagerverlusten (Shrink).
Zukunftsaussichten und Dividendenpolitik gefallen
Die Führungsetage von Kroger hat die Spanne der Prognose für das Wachstum der vergleichbaren Umsätze im Geschäftsjahr 2026 von ursprünglich ein bis zwei Prozent auf nun 0,2 bis 0,8 Prozent reduziert. Hintergrund sind Anpassungen aufgrund des Inflation Reduction Act, die voraussichtlich einen Abzug von 140 Basispunkten bei den Apothekenverkäufen nach sich ziehen.
Die Schätzung für das bereinigte EPS bleibt hingegen unverändert bei 5,10 bis 5,30 US-Dollar. Dies entspricht einer jährlichen Steigerung von mindestens fünf Prozent – ein beachtlicher Wert im margenschwachen Bereich des Masseneinzelhandels.
Besonders erfreulich für ertragsorientierte Privatanleger: Kroger bestätigte seine Absicht, die Dividende nicht nur fortzuführen, sondern auch anzuheben. Der Konzern zahlt seit 2006 durchgehend vierteljährliche Ausschüttungen und hat diese in 20 aufeinanderfolgenden Jahren gesteigert. Zuletzt wurde die Ausschüttung um satte elf Prozent auf 0,39 US-Dollar je Aktie erhöht. Die derzeitige Dividendenrendite beträgt sehr attraktive 2,5 Prozent – deutlich über dem Durchschnitt von unter 1,1 Prozent aller S&P-500-Werte.
Aktienrückkäufe und Online-Handel als Wachstumsmotoren
Kroger plant überdies, das Aktienrückkaufprogramm fortzusetzen. Vom vom Verwaltungsrat genehmigten Volumen von zwei Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr sind noch rund 800 Millionen US-Dollar übrig.
Der beeindruckendste Aspekt des Quartals war aus Analystenperspektive der Anstieg der Online-Verkäufe um 20 Prozent. Für einen etablierten Händler beweist Kroger damit ein solides Verständnis zeitgemäßer Einkaufsgewohnheiten. Die Mischung aus einer enormen Kundenbasis, vergleichsweise hoher Dividendenrendite und der Bereitschaft des Managements, die Ausschüttung regelmäßig anzuheben, macht die Aktie für Einkommensinvestoren besonders reizvoll. Insgesamt präsentiert sich Kroger als sicherer und verlässlicher Kauf in einem ansonsten schwankungsanfälligen Marktumfeld.



